Aus eigener Kraft

Wirtschaftskrise. Kurzarbeit. Arbeitslosigkeit. Insolvenzen.

Jedes dieser Worte tut weh und die Prognosen der Forschungsinstitute für die nähere Zukunft verheißen wenig Positives. Wie sich die aktuelle Stimmung auf das Befinden der Menschen auswirkt, ist deutlich zu spüren. Und mitunter erinnere ich mich in diesen Tagen daran, wie ich mich fühlte, als ich nach meinem Studium, gerade erst mit dem Diplom in der Tasche den Einstieg ins Berufsleben suchte. 180 erfolglose Bewerbungen: Da kann man schon der Verzweiflung nahekommen.

Indes: Man wird auch stärker, wenn man solche Herausforderungen überwunden hat. Und dass ich irgendwann, gut 20 Jahre nach meinem beruflichen Debüt freiwillig den Geschäftsführer-Traumjob aufgeben würde, mit dem ich inzwischen doch hätte alt werden können: Alles eine Frage der Entwicklung, der Transformation, in der sich auch unsere Gesellschaft momentan befindet.

Dass hieraus neue Hoffnung erwachsen kann, es hat nichts mit Zweckoptimismus zu tun. Eher mit einem tieferen Sinn.

Seit reichlich zwei Jahren darf ich mitschreiben an Geschichten von Menschen, die aus einer schwierigen Situation heraus einen neuen Kurs gefunden haben. In Lebensphasen, in denen es nicht mehr weiterzugehen schien und in ihnen das Bewusstsein reifte, dass es da noch mehr und etwas anderes gibt, für das sie in dieses Leben geboren wurden.

Ich denke an die langjährige Diätköchin, die aus gesundheitlichen Gründen ihren Beruf nicht mehr ausüben kann und jetzt süße Babykleidung häkelt, „natürlich“ nachhaltig produziert und vertrieben über das Internet.

Mir kommt die Physiotherapeutin in den Sinn, die mit Herz und Verstand ihren Traum von ihrer eigenen Praxis realisiert hat und nach anderthalb Jahren sogar schon weitere Räume und eine zusätzliche Stelle schaffen konnte.

Ich sehe den jungen Gründer vor mir, der bereits während seiner Lehre realisierte, für eine Festanstellung nicht gemacht zu sein, seine erste Geschäftsidee verwarf und nun mit einem Online-Vertrieb für E-Bikes erfolgreich ist.

Diese und weitere Beispiele vermitteln Optimismus. Und es bereitet mir jedes Mal Freude, Menschen zu begleiten, die in sich den Impuls spüren, ihre Ideen in die Welt zu setzen, sich selbst zu verwirklichen und Werte für ihre Mitmenschen zu schaffen.

„Wo sich deine Talente mit den Bedürfnissen der Welt kreuzen, dort liegt deine Berufung.“

Dieses Zitat des griechischen Gelehrten Aristoteles ist noch immer gültig. Heute vielleicht sogar mehr denn je.

In Zeiten des Umbruchs, in denen vermeintliche Sicherheiten wegfallen, neue Geschäftsfelder und Berufe entstehen, kann es umso lohnender sein, einmal in sich hinein zu hören, kreativ zu sein, bisherige Grenzen infrage zu stellen und aufkommende Gedanken zu Ende zu denken.

Gerade die Digitalisierung bietet uns Chancen, die wir bei Weitem noch nicht ausgeschöpft haben.

Ich selbst durfte mich auch nach und nach herantasten. Denn auch wenn die Region Dresden mein Kernmarkt und der persönliche Austausch – gerade bei psychologischen Themen – mein bevorzugtes Format bleiben wird, bin ich für die Möglichkeiten der Online-Beratung dankbar. Andernfalls hätte ich in Corona-Zeiten nicht weiterarbeiten können und dass meine Klienten aus Süddeutschland, der Schweiz oder Österreich nicht so weit reisen würden, versteht sich von selbst.

„Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.“

Auch an diesem Spruch, überliefert vom griechischen Philosophen Demokrit, ist viel Wahres dran.

Mutig, aus ganzem Herzen unseren Weg zu gehen, es wird uns erfüllen. Und wir werden Menschen mitnehmen, die zu Gleichgesinnten werden. Denn: Was wir in die Welt aussenden, wird – mitunter über Umwege – zu uns zurückkommen. Es ist ein einfaches kosmisches Gesetz.

Und vielleicht ein Puzzleteil der Transformation, die diese Welt braucht. Schritt für Schritt. Von Mensch zu Mensch.

Und: Aus eigener Kraft.

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