Eigener Chef: Klingt das nicht gut?

„Ein Unternehmer, der im letzten Jahr kaum Bewerbungen auf seine Stellenausschreibungen erhielt, kann sich aktuell vor Bewerbern kaum retten“,
erzählte mir unlängst eine Kollegin und nickte, als ich daraus schlussfolgerte:
„Wir sind offenbar wieder einmal auf dem Weg vom Arbeitnehmermarkt in einen Arbeitgebermarkt.“
Diese Entwicklungen korrespondieren mit Trends, die für arbeitssuchende oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen eine willkommene Alternative zu einer Bewerbung sein können:
Dem Weg in die Selbstständigkeit.
Allein in Sachsen wurden im vergangenen Jahr über acht Prozent mehr Gewerbeanmeldungen als im Vorjahr verzeichnet.
Deutschlandweit werden bis 2030 186.000 Nachfolger von Unternehmensinhabern gesucht.
Und die Tendenzen, die sich mit der Einführung der KI und weiteren Transformationsprozessen verbinden, laden geradezu ein, eine berufliche Zukunft als selbstständiger Unternehmer ins Auge zu fassen.
Aus eigener Erfahrung kann ich nur immer wieder betonen, wie erfüllend ein solcher Schritt sein kann.
Dass er gleichwohl kein leichter ist, will ich nicht verschweigen.
Mit einer geeigneten Geschäftsidee, dem richtigen Mindset und guten Netzwerken sind aber die passenden Voraussetzungen hierfür gegeben.
Was sich hieraus entwickeln kann, sehe ich auch regelmäßig an den Gründern, die ich auf ihrem Weg begleiten darf.
Erfreulich:
Die Agenturen für Arbeit und Jobcenter unterstützen diesen Prozess mit Fördermitteln, welche arbeitslose und hiervon bedrohte Existenzgründer beantragen können. Dazu gibt es weitere Förderprogramme für Jung-Unternehmer, die ihr Gewerbe oder ihre Freiberuflichkeit bereits angemeldet haben.
Wer also den Wandel auf dem Arbeitsmarkt nicht hinnehmen, sondern die hiermit verbundenen Chancen nutzen möchte, ist hierzu herzlich willkommen.
Und mal ehrlich:
Sein eigener Chef zu sein: Klingt das nicht gut?
Foto: Matthias Rietschel



